Geschichte Floridas
Wie Florida zur Halbinsel wurde
Florida, so heißt es, ist anders als die übrigen US-amerikanischen Staaten: Nicht nur der Lebensstil ist hier karibisch, auch die Erde, auf der man steht. Die Vorgeschichte Floridas zeigt, dass diese südliche Halbinsel des nordamerikanischen Kontinents nicht immer zu Nordamerika gehört hat. Sie war Teil einer vulkanischen Kette, die die karibischen Inseln hervorgebracht hat. Über Jahrmillionen brachen hier Vulkane aus. Was sie ausspuckten, wurde vom Meer überspült. Einige Teile kamen dann wieder als Inseln zum Vorschein. Florida wurde auf diese Weise mit dem nordamerikanischen Kontinent verbunden.
Die Ersten Einwohner Floridas
Archäologische Funde haben ergeben, dass schon vor über 10.000 Jahren Menschen in dem Feuchtgebiet der Everglades gelebt haben. Ihre Kultur war hoch entwickelt: Sie besaßen Töpfe aus Ton und Werkzeuge aus Muschelschalen. Sie jagten mit Schilfrohren und hatten Fisch- und Schildkrötenteiche angelegt. Warum es diese Kultur irgendwann nicht mehr gab, weiß man bis heute nicht. Erst um die Zeitwende herum, vor rund 2000 Jahren, wurden die Feuchtgebiete wieder von den Calusa bewohnt. Sie lebten vermutlich, wie auch die Tequesta im Süden Floridas, vom Fischfang. Die Tamucua im Norden ernährten sich dagegen von der Landwirtschaft.
Die Eroberer kommen
1513 Juan Ponce de Léon, ein spanischer Seefahrer, erreichte als erster Europäer die Küste Floridas. Dann folgten spanische Konquistadoren. Sie waren auf der Suche nach Gold und versuchten das Gebiet zu kolonialisieren.
1562 kam eine Gruppe von Hugenotten. Sie gründeten 1564 den Stützpunkt Fort Caroline, um das Gebiet für Frankreich in Besitz zu nehmen.
1565 Der Spanier Pedro Menéndez de Avilés erreicht am 28. August einen natürlichen Hafen, den er San Augustin (später St. Augustine) nennt. Danach vertreibt er die Franzosen von Fort Caroline dem er den Namen San Mateo (heute St. Marks) gibt.
Die spanischen Eroberer brachten nicht nur das Christentum ins Land, sondern auch Krankheiten. Dagegen waren die Indianer nicht gewappnet, und viele von ihnen starben. Während die Engländer im Norden Amerikas selten eine Ehe mit einem Indianer eingingen, kam das bei den Spaniern recht häufig vor. Probleme zwischen Indianern und Spaniern kamen erst auf, als immer mehr Indianer nach Süden drängten: Flüchtlinge, die von amerikanischen Pionieren im Norden verdrängt worden waren. Sie ließen sich in der Nähe von Tallahassee nieder. Sie mischten sich mit den Sklaven, die zu dieser Zeit vor ihren Peinigern aus dem Norden Amerikas nach Florida geflohen waren. Es entstand ein Mischvolk. Später nannte man sie Semiolen.
1586 Sir Francis Drake, ein englischer Seefahrer, zerstört St. Augustine.
Wie die Eroberer sich gegenseitig erobern
1600-1740 Land und Siedlungen wechseln die Besitzer unter den Kolonialmachten.Von Norden her bedrängen Briten vom Westen her Franzosen die spanische Position.
1763 Im Frieden von Paris gibt Spanien florida im Tausch für das von Engländern besetzte Kuba an Großbritanien ab.
1776-1778 An der Nordgrenze Floridas greifen Amerikaner die englischen Truppen an.
1783 Spanien gibt den Engländern die Bahamas im Tausch gegen Florida.
1818 Andrew Jackson leitet einen Feldzug gegen Indianer und entflohene Negersklaven nach Florida.
Die entflohenen Sklaven aus dem Norden hatten inzwischen die Feindschaft zwischen den Spaniern und den USA heftig geschürt. An eine freiwillige Übernahme war folglich nicht zu denken. So marschierten die Truppen der USA in die spanische Kolonie ein und besetzten Westflorida. Die Spanier gaben nach und verkauften 1819 ihr gesamtes Territorium an die USA. Es soll ein Notverkauf gewesen sein, um alte Schulden in Millionenhöhe begleichen zu können.
1824 Tallahassee wird zur Hauptstadt
Vertreibung der Indianer
1835 beginnt der blutige Seminolenkrieg.
Weiße Siedler zogen her und beschlossen, dass alle Indianer bis zum Januar 1836 das Land zu verlassen hätten. Es ging um die Bevölkerungsmehrheit, die Semiolen-Indianer. Sie sollten laut des "Indian Removal Acts" von 1832 hinter den Mississippi deportiert werden. Das führte zu einem weiteren Krieg, dem sogenannten Semiolenkrieg, und schließlich noch zu einem dritten. Sechs Jahre lang versuchte man den Widerstand der Semiolen zu brechen und sie zum Rückzug zu bewegen. Einer der berühmtesten Semiolen-Häuptlinge war Osceola. Er wurde von den USA offiziell zu Verhandlungen eingeladen, am Ende aber gefangen genommen und verschleppt. Der Häuptling Coa Choochee kämpfte weiter. Auch er wurde hintergangen. Die restlichen Semiolen wurden zwangsausgewiesen. Nur wenigen gelang die Flucht in die Everglades.
1845 Nach der Vertreibung der Seminolen (ca. 1842) wird das Territorium als 27. Staat in die Union aufgenommen.
Bürgerkrieg
1861-1868 Florida ist einer der ersten Staaten, die sich von der Union trennen. Rund 16000 Bürger von Florida kämpfen im Sezessionskrieg der Armee der Südstaaten, üer 5000 von ihnen fallen bis 1865. 1868 wird Florida wieder in die Union eingegliedert.
1907 Henry Flagler baut eine Eisenbahnlinie bis Key-West.
1915 John S. Collins gründet Miami Beach
1961 J.F. Kennedy wird der erste katholisch Präsident der USA. 1963 wird er ermordet.
J.F. Kennedy Space Center
1961 finden die ersten erfolgreichen Starts der Weltraumfahrt vom Versuchsgelände Cape Canaveral statt.
1963 Das Versuchsgelände der Weltraumfahrt wird nach dem ermordeten Präsidenten in J.F. Kennedy Space Center umbenannt.
1969 Am 20.Juli betritt Neil Armstron, mit Edwin aldrin und Michael Collins Astronaut des Raumschiffs Apollo 11, als erster Mensch den Mond.
Walt Disney
1971 Bei Orlando wird Walt Disney World eröffnet. Innerhalb von kurzer zeit folgen andere Vergnügungsstätten (Sea Word etc.) nach. Zentralflorida entwickelt sich schnell zur wichtigsten touristischen Region.
1980 Die Wahl des Republikaners Ronald Reagan zum 40. Präsidenten verdeutlicht einen Rechtsrutsch in den USA.